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FKK in Österreich: Gesetze und Gepflogenheiten

Aktualisiert am 24. Oktober 2026

FKK in Österreich: Gesetze und Gepflogenheiten

In Österreich ist Nacktheit keine Straftat, außerhalb der FKK-Bereiche droht aber je nach Bundesland eine Geldbuße wegen Anstandsverletzung. In der Sauna ist man nackt, Kärnten ist das Land der FKK-Campingplätze.

Auf einen Blick

  • Offizielle FKK-Strände und -GeländeErlaubt in den ausgewiesenen FKK-Bereichen, etwa auf der Donauinsel in Wien
  • FKK-UnterkünfteErlaubt; viele Campingplätze und Vereine in Kärnten
  • Inoffizielle FKK-SträndeJe nach Bundesland: Geldbuße bei „grober“ Anstandsverletzung
  • Nackt in der Natur, abseits von MenschenMeist möglich, wenn niemand da ist; sonst droht eine Geldbuße
  • Normaler Strand, StadtJe nach Bundesland: Geldbuße bis 218–5.000 €
  • Lokale VerboteIn Vorarlberg ist Badekleidung gesetzlich Pflicht, außer in genehmigten Zonen
  • Oben ohneAm Strand verbreitet; manche Thermen und Bäder verbieten es
  • Sauna ohne BadekleidungDie Regel
  • LGBTQ+-ReisendeKein rechtliches Risiko; Ehe seit 2019

Eine FKK-Kultur ähnlich der deutschen, doch außerhalb der vorgesehenen Orte ist Nacktsein kaum möglich.

Was das Gesetz sagt

Das Bundesrecht bestraft sexuelle Handlungen in der Öffentlichkeit, nicht Nacktheit: § 218 des Strafgesetzbuchs sieht bis zu 6 Monate Freiheitsstrafe oder 360 Tagessätze vor für eine öffentlich vorgenommene sexuelle Handlung, die „berechtigtes Ärgernis“ erregen kann (RIS, StGB § 218). Nacktbaden fällt laut dem Kommentar, den Rechtsanwalt Johannes Öhlböck zitiert, nicht unter diese Bestimmung (RA Öhlböck).

Nacktheit fällt stattdessen unter die Gesetze der einzelnen Bundesländer zur Verletzung des öffentlichen Anstands (Anstandsverletzung). Das ist eine Verwaltungsübertretung, keine Straftat, und greift nur bei einer „groben“ Verletzung, die mehrere Personen sehen können. Keines dieser Gesetze nennt Nacktheit ausdrücklich, und der Begriff des Anstands ist vage und wandelt sich mit den Sitten.

Bundesland für Bundesland

In den Bundesländern mit FKK-Unterkünften gelten diese Höchststrafen (Texte auf der offiziellen RIS-Seite):

  • Kärnten: bis 218 € oder Arrest bis zu zwei Wochen (§ 1, § 4).
  • Salzburg: bis 500 €; die Polizei kann anordnen, das Verhalten einzustellen (§ 27).
  • Steiermark: bis 5.000 € (§ 2, vollständiger Text).
  • Tirol: bis 750 €, und die Polizei kann vom Ort wegweisen (§ 11, vollständiger Text).
  • Wien: bis 700 € (§ 1).

Das sind Höchstbeträge. Ein konkretes Beispiel: In einem 2015 in Tirol entschiedenen Fall erhielt ein betrunkener Mann, der sich auf der Straße vor Passanten ausgezogen hatte, eine Geldstrafe von 80 €, die das Gericht auf 50 € senkte (RIS, LVwG Tirol). Er war kein Naturist.

Wo man nackt sein darf

  • Ausgewiesene FKK-Bereiche: Der bekannteste ist die Donauinsel in Wien, mit drei Bereichen, die durch den Schriftzug "FKK" am Boden markiert sind, insgesamt mehr als 8 km. Man kann nackt oder in Badekleidung sein, bei diskretem Verhalten (Stadt Wien). In Wien gibt es außerdem den Naturistenpark Lobau.
  • Kärnten: Es wird das „FKK-Bundesland Nummer eins“ Österreichs genannt, mit FKK-Campingplätzen an den Seen wie dem Müllerhof in Keutschach (MeinBezirk). Der Verband ÖNV hat Vereine in Kärnten, der Steiermark, Tirol, Wien, Salzburg und Oberösterreich (ÖNV, Vereine).
  • FKK-Unterkünfte: Sie finden sie im Verzeichnis der FKK-Unterkünfte in Österreich.
  • Garten und Balkon: Nackt zu Hause zu sein ist meist in Ordnung. Zum Problem kann es werden, wenn man gut sichtbar ist und sich die Nachbarn belästigt fühlen, vor allem in der Nähe eines Spielplatzes, eines Kindergartens oder einer Schule.

Geduldete Strände und Verbote

Außerhalb der FKK-Bereiche ist Nacktheit in der Öffentlichkeit laut Kleiner Zeitung fast unmöglich (Kleine Zeitung).

Zum Nacktbaden in der Natur sagt das Kuratorium für Verkehrssicherheit, zitiert vom Standard, dass fast immer die Gemeinden entscheiden und dass bei einer Anstandsverletzung eine Geldstrafe zwischen 50 und 100 € droht. Aber wenn sonst niemand da ist, kann man es wahrscheinlich machen. Öffentliche Gewässer darf man zum Baden nutzen, private Abschnitte meist nicht (Der Standard).

Vorarlberg ist das einzige Bundesland, das für das öffentliche Baden gesetzlich Badekleidung vorschreibt, auch am Bodensee; die Gemeinden können aber Zonen ausnehmen (RIS, Sittenpolizeigesetz). So hat Bregenz 2025 einen etwa 200 Meter langen, von außen nicht einsehbaren Uferabschnitt genehmigt, an dem Nacktbaden „ausdrücklich erlaubt“ ist, mit Schildern und Foto- und Videoverbot, vorerst bis 31.12.2026. Der Ort wurde seit Jahrzehnten von Nudisten genutzt (ORF Vorarlberg).

Oben ohne, Stadt und Sauna

  • Oben ohne: Kein Gesetz verbietet es. In einer Expedia-Umfrage von 2016 sagten 40 % der Österreicherinnen, sie hätten es schon gemacht (Der Standard). Manche Bäder verbieten es aber in der Badeordnung: 2024 wurde eine Frau wegen Oben ohne aus der Therme Blumau in der Steiermark verwiesen (Kleine Zeitung).
  • In der Stadt: Es gilt das Landesgesetz zum Anstand, mit den oben genannten Geldstrafen.
  • Sauna: In Österreich schwitzt man nackt (BILD/Travelbook).

Die Stimmung im Land

Österreich hat eine FKK-Kultur ähnlich der deutschen, mit nackter Sauna, ausgewiesenen Bereichen und den FKK-Seen Kärntens. In einer Expedia-Umfrage gaben 28 % der Österreicher an, schon einmal nackt am Strand gewesen zu sein, der höchste Wert unter 24 Ländern (Der Standard, 2016); es ist allerdings eine kommerzielle Umfrage, deren Methode wir nicht gesehen haben.

Außerhalb der vorgesehenen Orte ist Nacktsein kaum möglich: Das Gesetz bestraft nur die „grobe“ Anstandsverletzung, aber die Höchststrafen sind hoch. Wie in Deutschland bemerken manche mehr Schamgefühl bei den Jüngeren, das sind aber nur Erfahrungsberichte.

Naturistenverbände

Wir haben nicht geprüft, ob die Unterkünfte einen FKK-Ausweis verlangen: Fragen Sie am besten vorher nach.

LGBTQ+-Reisende

Kein rechtliches Risiko: Gleichgeschlechtliche Beziehungen sind seit 1971 legal, gleichgeschlechtliche Paare dürfen seit 2016 adoptieren und seit 2019 heiraten (RIS, ABGB § 44). Seit 2016 gibt es Gesetze gegen Hassverbrechen wegen der sexuellen Orientierung (ILGA).

Dieser Guide fasst Gesetze und Gepflogenheiten so zusammen, wie wir sie zum angegebenen Datum geprüft haben, mit Quellen. Er ist keine Rechtsberatung: Regeln können sich ändern.